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Wem „Show, don’t tell“ zu abstrakt ist, sollte es mit „Do, don’t be“ versuchen. +++ http://www.miraalexander.de

Show, don’t tell: Wie denn?

Veröffentlicht: 11.01.2016
Anzahl Wörter: 474
Lesedauer: 2 min

Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade Ihren Rohentwurf fertig und sitzen nun an seiner Überarbeitung. Von allen Seiten hören Sie den gut gemeinten Rat: „Zeigen statt erzählen“ („show, don’t tell“). Dumm bloß, dass niemand Ihnen zeigt (nicht mal erzählt), wie Sie das anstellen sollen.

Stellen Sie sich nun vor, dass Sie ein Buch in der Hand halten, dessen Autor zwar einen Ratgeber für Drehbuchautoren geschrieben hat, dessen Ratschläge jedoch allen Autoren zugute kommen könnten, wenn man sie nur beherzigen würde.

Würden Sie wissen wollen, wie dieser Autor das „zeigen, nicht erzählen“ erklärt?

Ich hatte das Glück, in den letzten Monaten einen ganzen Stapel sehr interessanter und lehrreicher (wie das schon klingt!) Bücher über das Schreiben gelesen zu haben. Eines dieser Bücher ist das „Writing for Emotional Impact“ von Karl Iglesias. Ich bin zwar nicht ganz durch mit dem Buch, doch die letzte Stelle, die ich mir markiert hatte (gestern, im Bett, bevor mir die Augen endgültig zufielen und ich in den Reich der Träume abdriftete, glaube ich jedenfalls, kann mich an keinen Traum erinnern) war diese:

Always describe something through its action, rather than tell the reader it through adjectives and adverbs. (Karl Iglesias, Writing for Emotional Impact)

Beschreibe immer durch Aktion/Bewegung, anstatt es dem Leser mit Adjektiven und Adverbien näher zu bringen. (Karl Iglesias, Writing for Emotional Impact)

Der Autor behauptet, dass er sein eigenes Handwerk alleine dadurch drastisch verbessern konnte, indem er diese eine Regel befolgte. Doch an sich sieht diese Regel gar nicht so spektakulär aus. Warum soll sie dann so mächtig sein?

Nun, der Autor empfiehlt, seinen Text durchzugehen und überall dort, wo Adjektive oder Adverbien auftauchen, diese durch eine Aktion zu ersetzen. „Sally war glücklich“ wird dann zu „Sally lächelte“. Aus „John war nervös“ wird „John schritt auf und ab“.

Always think movement. Don’t describe things; describe things that do something. It doesn’t meant a thing has to move from point A to point B. Just that things are doing something instead of being something. (Karl Iglesias, Writing for Emotional Impact

Denken Sie immer an Bewegung. Beschreiben Sie nicht Dinge. Beschreiben Sie, wie diese Dinge etwas tun. Sie müssen nicht von A nach B bewegt werden. Nur, dass die Dinge etwas tun müssen anstatt etwas zu sein. (Karl Iglesias, Writing for Emotional Impact)

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, doch bei mir gingen alle Lämpchen an, als ich diesen letzten Satz las (bevor bei mir alle Lämpchen ausgingen und ich mich vertrauensvoll dem Hypnos und seinen Söhnen anvertraute; nur um es klar zu stellen, es handelt sich um die antiken griechischen Götter des Schlafs und der Träume). Ich meine insbesondere den Teil mit „tun, nicht sein“. Ist das nicht eine perfekte (und vor allem viel konkretere Umschreibung) für „zeigen, nicht erzählen“ / „show, don’t tell“?

Und was hat Sie in der letzten Zeit so beeindruckt?

Sie haben eine Anmerkung oder eine Anregung zu diesem Artikel? Ich freue mich über Ihren .