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Fundstück der Woche KW 2015/37

Veröffentlicht: 14.09.2015
Anzahl Wörter: 519
Lesedauer: 2 min
Inhaltsübersicht
  1. Der König ist tot. Es lebe der König
  2. Die Flesch-Formel
  3. Erweitern Sie die Zahl Ihrer potentiellen Leser
  4. Einfach schreiben, nicht simpel
  5. Links

Der König ist tot. Es lebe der König

Ich muss gestehen, dieses Fundstück habe ich nicht erst jetzt entdeckt. Ich habe es in meiner ganz persönlichen dokuwiki-Installation entdeckt, wo ich alle interessanten Links mit Kommentaren versehen speichere. Dadurch kann ich später alle Projekt-bezogenen Informationen viel leichter finden.

Der ursprünglich von mir gespeicherte Dienst stilversprechend.de hat im Mai 2015 seinen Dienst eingestellt, verweist jedoch freundlicherweise auf eine Alternative: Leichtlesbar.ch.

Die Flesch-Formel

Der Dienst berechnet die sogenannte Flesch-Formel. Dabei geht es um die Lesbarkeit/Verständlichkeit des Textes. Wir Deutsche neigen dazu, unsere Sachtexte besonders kompliziert zu formulieren.

Ich habe noch nie verstanden, warum sich Wissensvermittlung und Unterhaltung ausschließen sollen. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung.

Nachdem Sie Ihren Text eingegeben haben, klicken Sie auf „testen“ und schon wissen Sie, wie groß Ihre potentielle Leserschaft sein wird.

Erweitern Sie die Zahl Ihrer potentiellen Leser

Vor einigen Tagen fand der Weltalphabetisierungstag statt (ich fürchte, dieses Wort hat meinen Lesbarkeitsindex gerade nach unten gerissen). Ist es nicht erschreckend, dass trotz Schulpflicht 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland funktionale Analphabeten sind (das sind die Menschen, die trotz Schulbesuch nicht lesen können)? Ich gehe davon aus, dass der Anteil der Menschen, die kompliziertere Texte nicht fließend lesen können, viel höher ist. Hinzu kommen Menschen mit abweichenden Muttersprachen, die den komplexen Strukturen unter Umständen ebenfalls nicht gewachsen sind.

Liebe Autoren! Die Menschen, die mit Ihren ausgesucht komplizierten Texten nicht zurecht kommen, sind nicht dumm. Auch sie wollen etwas lernen. Nur wollen Sie offenbar nicht, dass sie das bei Ihnen tun.

Doch wenn wir ehrlich sind, ist die schlechtere Lesbarkeit Ihrer Texte, liebe Autoren, gar nicht so sehr das Problem der (vielleicht nicht so versierten) Leser. Es ist Ihr Problem, liebe Autoren. Wenn Ihr Leser Ihr Buch nicht versteht, geht er weiter. Und kommt nie wieder zurück. Was bringen Ihnen dann Ihre ach so schön hoch-wissenschaftlich geschriebenen Texte, wenn sie nicht gelesen werden?

Einfach schreiben, nicht simpel

Ich rufe hier gar nicht dazu auf, in eine Kindersprache zu verfallen. Doch denken Sie, liebe Autoren, auch ab und zu nach, ob Sie Ihren Text auch anders, einfacher, eingängiger formulieren könnten.

Irgendwo las ich folgenden Rat, der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht: Lassen Sie einen Grundschüler die Funktion Ihrer Geräte erklären. Sie werden erstaunt sein, auf was für simple und einprägsame Definitionen die Kinder kommen. (Ich tippe mal darauf, dass es um die Verfassung der Gebrauchsanweisungen ging. Aber das ist ein ganz anderes Thema.)

In dem Sinne: Feiern wir das von der Bundesregierung ausgerufene Jahr der Alphabetisierung gebührend und schreiben verständlichere Texte!

P.S.: Interessieren Sie sich, wie Sie dokuwiki für Ihre Schreibprojekte einsetzen können? Hinterlassen Sie mir eine Notiz. Dann komme ich hoffentlich früher dazu, darüber zu schreiben.

P.P.S.: dokuwiki ist auch sehr gut geeignet, um Ideen für Romane und sonstiges zu speichern. Und falls Sie sich nun fragen, warum dokuwiki, ganz einfach: Hier werden alle Daten in plain vanilla txt-Dateien gespeichert, sodass ich sie jederzeit einzeln oder alle auf einmal sichern kann. Besser als in einer Datenbank.

P.P.P.S.: Der Wert dieses Hauptartikels liegt übrigens bei 48, was dem Niveau einer durchschnittlichen Zeitung entspricht.

Sie haben eine Anmerkung oder eine Anregung zu diesem Artikel? Ich freue mich über Ihren .